wusstest du, dass ein Christ tatsächlich durch Krankheit oder Gebrechen sterben kann, obwohl dieselbe Kraft, die Christus von den Toten auferweckt hat, in ihm schlummert? Oder wusstest du auch, dass Gläubige von Depression, Zorn und Bitterkeit überwältigt sein können, obwohl sie in ihrem Geist Gottes Liebe, Seine Freude und Seinen Frieden besitzen?
Das ist wahr – so kann es Christen ergehen, und so ergeht es ihnen auch. Warum? Weil sie nicht wirklich verstehen, was sich bei ihrer Wiedergeburt verändert hat, und deshalb Schwierigkeiten haben, Gottes Verheißungen in Empfang zu nehmen. Die Bibel erklärt uns, dass jeder wiedergeborene Gläubige einer vollständigen inneren Verwandlung unterzogen wurde.
„Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat,...“ (2. Korinther 5,17-18)
Hier ist nicht die Rede davon, dass gerade Neues geschieht oder nun das Potential für Neues existiert. In dem Moment unserer Wiedergeburt ist Neues geworden. Damit das für uns jedoch überhaupt Sinn macht, müssen wir zunächst verstehen, wie Gott uns geschaffen hat.
Das Wort Gottes lehrt eindeutig, dass wir dreiteilige Geschöpfe sind, aber nur sehr wenige Christen haben ein Verständnis von Geist, Seele und Körper, das sie in ihrem täglichen Leben auch praktisch anwenden. Zwar glauben die meisten Christen vom Intellekt her, dass sie dreiteilige Wesen sind, handeln aber auf der praktischen Ebene so, als beständen sie nur aus Körper und Seele.
Selbst das englischsprachige Wörterbuch „Strong’s Concordance“ unterlässt eine korrekte Unterscheidung der drei Teile des Menschen. Es definiert „Geist“ (griechisch: „Pneuma“) als „die vernunftbegabte Seele“. Ich habe in meinem Studium von Gottes Wort jedoch eine deutliche Unterscheidung zwischen Geist und Seele entdeckt. Unser Geist ist der innerste Teil von uns und nicht unsere „vernunftbegabte Seele“.
1. Thessalonicher 5,23 bringt das sehr deutlich zum Ausdruck:
„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“ (eigene Hervorhebung)
Wenn du mit mir unter vier Augen sprichst, siehst du zwar meinen Körper, aber sprechen tust du zu meiner Seele. „Die Seele“ wird von manchen Menschen als Verstand, Wille und Gefühl definiert. Das ist sicherlich zutreffend, aber unvollständig. In dieser Definition sollte auch das Gewissen mit berücksichtigt werden. Tatsächlich ist die Seele das, was die meisten Menschen als „die Persönlichkeit“ bezeichnen.
Wir können sowohl unseren Körper als auch unsere Seele fühlen und empfangen ständig Informationen von ihnen. Wenn ich dir zum Beispiel die Hand auf die Schulter lege, weißt du, dass ich dich berühre. Aber ich könnte dich auch ohne jede körperliche Berührung allein durch die Worte, die ich spreche, glücklich oder traurig machen und dich verletzen. Denn Worte werden von deinem Verstand verarbeitet, und ihre Auswirkungen auf dich drücken sich oft in deinen Emotionen aus.
Es ist leicht festzustellen, wie es uns körperlich geht, was in unserem Verstand abläuft und welche Gefühle wir haben. Mit unserem Geist ist es jedoch völlig anders. Auf natürlichem Wege haben wir keinen Zugang zu ihm.
In Johannes 3,6 heißt es:
„Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“
Jesus drückte damit aus, dass es zwischen Geist und Fleisch keine direkte Verbindung gibt. Sie stehen in einer Wechselbeziehung, aber Geist ist Geist und Fleisch ist Fleisch. Zu unserem Geist können wir weder durch unsere fünf natürlichen Sinne noch durch unseren Verstand, unseren Willen und unsere Emotionen Kontakt aufnehmen. Darin liegt eins der größten Probleme für unser Leben als Christ!
Falls wir nicht verstehen, dass man geistliche Realität nicht fühlen kann, verwirrt es uns nur, wenn uns Gottes Wort erklärt, dass in unserem Inneren dieselbe Kraft lebt, die Jesus Christus von den Toten auferweckt hat (Eph 1,19-20). Wenn wir davon überzeugt sind, dass wir Wahrheit mit unseren natürlichen Sinnen erfassen können, reagieren wir nur mit Verblüffung auf die Aussage der Bibel, dass wir eine völlig neue Schöpfung sind, die dieselben Wundertaten vollbringen kann wie Jesus (2Kor 5,17 und Joh 14,12).
Die offensichtliche Diskrepanz zwischen unseren natürlichen Erfahrungen und Gottes Wort lässt uns schließlich frustriert die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und zu dem Schluss kommen: „Die Bibel kann nicht wahr sein!“ Erst ein Verständnis der Beziehung von Geist, Seele und Körper erschließt uns den Bereich des Geistes, sodass wir auch tatsächlich erleben können, wer wir in Christus sind und was wir in Ihm haben.
Auf der natürlichen Ebene kann man den geistlichen Bereich weder sehen noch fühlen; die einzige Art und Weise, geistliche Wahrheit korrekt wahrzunehmen, ist durch die Bibel. Nimm einfach Gottes Wort und glaube es!
Jesus sagte in Johannes 6,63:
„Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben ...“
Gottes Wort offenbart geistliche Realität. Wenn wir wissen wollen, wie unser Geist beschaffen ist, müssen wir das anhand von Gottes Wort herausfinden und dürfen uns nicht von Emotionen oder sonstigen Wahrnehmungen abhängig machen. Gottes Wort ist Geist und Leben! Wenn wir unser Gesicht im Spiegel betrachten, sehen wir in Wirklichkeit nicht uns selbst, sondern lediglich unser Spiegelbild. Aber obwohl es sich nur um ein Spiegelbild handelt, haben wir doch gelernt, ihm zu vertrauen und uns nach dem zu richten, was wir sehen. Gottes Wort ist nichts weiter als ein solcher Spiegel: Es spiegelt perfekt wieder, wer wir im Geist sind.
„Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel betrachtet. Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war. Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein.“
Jakobus 1,23-25
Wir müssen in Gottes Spiegel schauen und der geistlichen Realität vertrauen, die wir dort sehen! Gottes Wort spiegelt unseren wiedergeborenen Geist, den innersten Teil von uns, wider, doch nicht unseren Körper oder unsere Seele.
Obwohl durch Jesu Tod, Grablegung und Auferstehung schon der volle Preis für unseren verherrlichten Körper gezahlt wurde, so ist er doch immer noch vergänglich. Zwar wird er eines Tages erlöst und in einen unvergänglichen Körper verwandelt werden, doch vorläufig müssen wir noch in demselben Körper leben, den wir schon vor unserer Errettung hatten.
Auch unsere Seele ist noch nicht gerettet worden. Möglicherweise haben wir noch dieselben Gedanken und Gefühle wie vor unserer Rettung. Und das ist auch der Grund, warum manche Menschen ernsthaft daran zweifeln, ob sie wirklich gerettet sind. Sie verstehen nicht, dass die Veränderung in ihrem Geist stattgefunden hat. Zwar hat das, was bei der Rettung geschieht, grundsätzlich sowohl einen Einfluss auf unseren Körper als auch auf unsere Seele, aber die vollständige Veränderung hat nicht dort stattgefunden.
Die gute Nachricht ist, dass wir unseren Sinn verändern können. Tatsächlich haben wir auch den Auftrag dazu bekommen.
In Römer 12,2 heißt es:
„Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes*, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (*Fußnote „Elberfelder Bibel“: o. des Denkens; o. des Wollens)
Unsere Seele kann soweit verändert werden, dass wir unseren Sinn, das heißt unser Denken und Wollen, erneuern, unsere Haltungen verändern und dem Wort Gottes gehorchen. So sollte es geschehen und so geschieht es auch fortwährend, aber es ist nicht schon automatisch bei unserer Errettung geschehen.
In unserer Seele ist das Alte nicht vergangen und Neues noch nicht geworden. Aus diesem Grund könnten wir auch tatsächlich an einer Krankheit oder einem Gebrechen sterben, obwohl die ganze Kraft, die Jesus von den Toten auferweckt hat, ungenutzt in unserem Geist schlummert. Das ist so, als würde man verdursten, während man an einem Brunnen voll lebensspendendem Wasser lehnt.
Stell dir deine Seele als das Ventil an einem Wasserhahn vor. Sie kontrolliert die Menge und die Geschwindigkeit, mit der der Fluss des Geistes in den Körper gelangt. Wenn unser Sinn, also unser Denken und Wollen, erneuert wird und sich in Übereinstimmung mit dem Wort befindet, ist das Ventil weit geöffnet. Geht unser Denken allerdings damit konform, was wir in unserem Körper fühlen oder in unseren Emotionen wahrnehmen, ist das Ventil entweder geschlossen oder schließt sich gerade.
Unsere Seele besitzt die Macht, unserem biologischen Körper entweder jeden Tropfen der lebensspendenden Kraft vorzuenthalten oder ihn mit derselben Kraft zu überfluten, die Jesus von den Toten auferweckt hat. Wenn das Ventil geöffnet ist, erleben wir Heilung, Befreiung, Salbung, Sieg, Kraft, Freude, Wohlstand und noch mehr. Lassen wir es also geöffnet!
Die Offenbarung über die Beziehung von Geist, Seele und Körper hat mein Leben verwandelt. Als mir klar wurde, dass Gott mir alles, was ich brauchte, bereits gegeben hatte und dass schon alles in meinem Geist vorhanden war, befreite mich das. Alles, was ich tun musste, war, es freizusetzen. Dieses einfache Verständnis verändert alles!
Das Leben als Christ ist kein Prozess, „etwas von Gott zu bekommen“, sondern ein Prozess, unser Denken zu erneuern und zu lernen, wie wir das freisetzen können, was wir bereits bekommen haben.
Wenn wir nicht verstehen, dass wir bei unserer Errettung (in unserem Geist) schon alles empfangen haben, was wir jemals benötigen werden, wird es immer ein Element des Zweifels geben. Wir wissen vielleicht, dass all das möglich, ja sogar in Gottes Wort verheißen ist, aber wir versuchen dann, diese Wahrheit auf gedanklicher, emotionaler oder auch körperlicher Ebene wahrzunehmen. Das ist ein Patentrezept für Misserfolg.
Dieses irrige Konzept kann auch zu einer leistungsorientierten Beziehung zu Gott führen: „Wenn ich gut genug bin, wenn ich oft genug Bibel lese, wenn ich meinen Zehnten gebe ...“ – die Reihe der Bemühungen, Gott zur Erfüllung unserer Bedürfnisse zu motivieren, nimmt kein Ende. Dem liegt das Missverständnis zugrunde, dass Gott uns noch nicht alles gegeben hat und wir irgendwie versuchen müssen, uns Seiner Segnungen würdig zu erweisen.
Wegen Jesus und wegen Seines Opfers sind wir schon würdig. Er hat den Preis für alles, dessen wir je bedürfen werden, schon bezahlt. Tatsächlich haben wir schon alles, was wir brauchen. Es kommt jetzt also nur darauf an zu verstehen, welche Beziehung der Geist zur Seele und zum Körper hat.
Ein Verständnis von Geist, Seele und Körper zu haben, ist für jeden Gläubigen von äußerster Wichtigkeit. Es ist wie ein Schlüssel, der uns die Schatztruhe der Gnade Gottes öffnet. Es könnte über Leben und Tod entscheiden und bildet die Grundlage dafür, die ganze Bibel zu verstehen.
Im Jahr 2005 habe ich mein Buch, „Spirit, Soul & Body“ veröffentlicht (in Deutsch unter dem Titel „Geist, Seele & Körper“ und ebenfalls als gleichnamiges Hörbuch erschienen). Es enthält meine vollständige Lehre zu diesem Thema. Ich freue mich, in diesem Monat die Fertigstellung und Veröffentlichung des begleitenden Studienhandbuchs zu „Geist, Seele & Körper“ bekanntgeben zu dürfen. (in Deutsch noch nicht erhältlich)
Das Studienhandbuch teilt mein Buch in einzelne Lektionen auf und stellt Studienunterlagen, Lehreranweisungen, Jüngerschaftsfragen und Antwortschlüssel bereit. Zusätzlich enthält es noch eine CD-ROM, mit deren Hilfe man die Studienunterlagen und Fragen für die Sonntagsschule oder kleine Studiengruppen vervielfältigen kann.
„Spirit, Soul & Body“ kann auch auf CD oder als DVD (Aufzeichnung des Fernsehprogramms) bestellt werden. (Dieses Material steht derzeit nur in Englisch zur Verfügung.) Man kann online auf unserer Webseite www.awme.net, bei unserem Beratungstelefon in England unter +44 1922 473300 oder auch schriftlich bei folgender Adresse bestellen:
Andrew Wommack Ministries Europe, P.O. Box 4392, Walsall WS1 9AR, England
Jamie und ich möchten dir für deine treue Unterstützung danken. Wir wissen, dass diese Botschaft ohne deine Hilfe nicht in die ganze Welt geschickt werden könnte. Nimm dir doch einmal Zeit, einen Blick ins „Guestbook“ unserer Webseite zu werfen, und lies die Zeugnisse der Menschen, deren Leben durch deine Hilfe verändert werden konnte.


